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Allgemein

Open Source Webanalyse mit Piwik

Tools zur Webanalyse gibt es viele, gute und kostenlose Software ist schon schwieriger zu finden. Aus diesem Grund nutzen viele Webseiten-Betreiber in Deutschland Google Analytics, vermutlich eines der am weitesten verbreiteten kostenlosen Analyseprogramme.

Mit der Software Piwik ist nun schon seit längerer Zeit ein Open-Source Tool zur Webanalyse erhältlich, welches einen beachtlichen Funktionsumfang aufweist und auf mich einen durchaus gelungenen Eindruck macht. Die gesammelten Daten werden dabei keinem Drittanbieter zur Verfügung gestellt, sondern verbleiben auf dem eigenen Server.

Piwik wird auf dem eigenen Webspace bzw. Server installiert und schreibt die Analysedaten in eine eigens dafür angelegte Datenbank. Das eigentlich Tracking wird über einen Schnipsel Javascript-Code realisiert, der in die Webseite eingebunden wird.

piwikVon der (frei konfigurierbaren) Startseite aus sind die wichtigsten Analysefunktionen in Piwik leicht zu erreichen: Überblick über die Besucher der Webseite, Ansicht der meistbesuchten Seiten, Herkunft der Besucher sowie die Suchbegriffe, welche Besucher auf die eigene Webseite führen lassen sich schnell und übersichtlich darstellen.

Auch weitergehende Analysefunktionen, wie etwa das Definieren von Zielen, lassen sich mit Piwik realisieren. Über Plugins lassen sich die Funktionen von Piwik zudem erweitern: Da das Projekt als Open-Source Software angelegt ist, können Nutzer auf neue Entwicklungen durch die Community hoffen bzw. sich selbst an der Entwicklung beteiligen.

Im Vergleich mit Google Analytics und anderer Analysesoftware dürfte für viele Anwender bedeutsam sein, dass die gesammelten Daten den eigenen Server nicht verlassen. Zudem ist die datenschutzrechtliche Situation in Deutschland bezüglich der Speicherung von IP-Adressen nicht eindeutig: Seit Version 0.5.5 bietet Piwik nun die Möglichkeit, über das Plugin AnonymizeIP das Speichern vollständiger IP-Adressen zu unterbinden. Fairerweise muss jedoch gesagt werden, dass auch Google Analytics das Kürzen von IP-Adressen zulässt.

Hinsichtlich der gebotenen Funktionalitäten ist Analytics Piwik nach meinem Empfinden noch ein Stück voraus, dies kommt aber immer auch auf den persönlichen Einsatz an.

Fazit: Piwik kann als Webanalyse-Tool durchaus überzeugen und muss auch den Vergleich mit kostenpflichtiger Konkurrenz nicht scheuen. Viele Standard-Aufgaben im Bereich der Webanalyse lassen sich mit Piwik schnell und übersichtlich realisieren. Analytics bietet für meinen Geschmack noch etwas mehr, hat allerdings den Nachteil, dass die gesammelten Daten nicht auf dem eigenen Server verbleiben. Anwender müssen hier selbst entscheiden und Vor- und Nachteile abwägen

Einen ersten Eindruck von Piwik kann man sich übrigens leicht über die Piwik-Demo verschaffen: Hier lassen sich grundlegende Funktionen testen, ohne gleich eine vollständige Installation durchzuführen.

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